Dorfentwicklung
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Die Entwicklung der lokalen Dorfgemeinschaft war von Anfang an eines der Hauptziele unseres Lodge-Projektes. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen bietet die Lodge immer wieder zusätzliche Verdienstmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen. Daneben wurden bereits mehrere Projekte in den Bereichen Gesundheit, Erziehung, Landwirtschaft und Gemeindebildung realisiert.

 

                                                                  

Schaffung von  Einkommen

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Mbuna Bay ist der einzige Arbeitgeber in Nkholongue und den benachbarten Dörfern. Im Jahr 2007 wurden für den Bau der Lodge erstmals 45 Dorfbewohner angestellt, die im Laufe der Jahre ein ständiges Einkommen für ihre grossen Familien von insgesamt mehreren hundert Personen erwirtschaften konnten. Für diese Arbeiten wurden sie geschult von erfahrenen Zimmerleuten, Schreinern und Maurern der Seeregion.

 

       

Mehrere dieser Bauleute wurden später weitertrainiert und arbeiten jetzt in der Küche, im Haushalt, im Restaurant oder auf der Farm.

Wenn immer möglich verhelfen wir auch den anderen Dorfbewohnern zu einem kleinen Einkommen, um ihre alltägliche Armut zu lindern. Für unsere Bauabeiten kaufen wir Holz, Bambus, Stroh und Backsteine. Traditionelle Töpfe brauchen wir in der Küche und als Dekoration, und auch das Feuerholz für den Pizzaofen wird aus dem Dorf geliefert.
Leute mit verschiedensten akuten Problemen können bei uns jederzeit im Taglohn („ganho-ganho“) etwas verdienen: Zum Beispiel für Schulgeld, Bücher, Uniformen oder Reisen zu kranken Familienmitgliedern. Auch die vielen, von ihren Männern mit mehreren Kindern sitzengelassenen Frauen, gehören zu unserer ganho-ganho Truppe.

In unserem Lodge Shop können die Dorfbewohner auf eigene Rechnung ihre Handwerksarbeiten verkaufen.


Bisherige Projekte

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Basierend auf einer Studie zur sozialen und wirtschaftlichen Situation unseres Dorfes haben wir bereits während der Bauphase 2007/08 mehrere Dorfprojekte realisiert:

 

 

 

Bau einer Primarschule für 300 Schüler

Eine Verbindungsbrücke zwischen dem südlichen und dem nördlichen Dorfteil

Renovation des Dorfbrunnens

Alphabetisierung und Englischkurse für die Bevölkerung

Malariakampagne

Bildung einer Frauengruppe für traditionelle Töpferei

Landwirtschaftliche Schulung mit dem Ziel der Verbesserung und Diversifikation der lokalen Nahrungsmittelproduktion

Pilotprojekt mit einfacher Technologie: Solartrockner zur Konservierung von Mangos und anderen saisonalen Früchten

Humanitäres Projekt: Verteilung von Schlafmatten, Schlafsäcken und Wolldecken an alle Kinder bis zum Alter von 12 Jahren

Alle diese Projekte wurden finanziert von Mbuna Bay und privaten Spendern.

Die Nkholongue Development Initiative (NDI)

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Dank zunehmender Gästezahlen und mehrerer grosszügiger Spenden konnten wir im April 2009 die « Nkholongue Development Initiative » gründen. NDI wurde von da an auf freiwilliger Basis von zwei Senior-Volontären geführt. In enger Zusammenarbeit mit dem Dorf konnten sie mehrere zusätzliche Projekte realisieren:

 

 

Training von HIV/AIDS Aktivisten in Zusammenarbeit mit „Estamos“ Lichinga

Bildung von Schul- und Gesundheitskommissionen

Lustige Witwen Gruppe“, bestehend aus alten Witwen, welche neue Formen von Kunsthandwerk erlernen

Umbau eines alten Dorfhauses zu einem Gemeinschaftszentrum mit Bibliothek, Lehrbüchern, Werkzeugausleihe und als Kurszentrum für Alphabetisierung, Englisch und Portugiesisch

Einführung von neuen Gemüsen und Pflanzung von Bäumen im Dorf

Bau eines Gesundheitspostens für die Bevölkerung von Nkholongue und fünf umliegenden Dörfern, mit Hilfe einer Spende der Amerikanischen Botschaft in Maputo

Ausbildung von lokalen Gesundheitsaktivisten (APEs, 2 Männer, 2 Frauen), welche den Posten seit der Eröffnung im April 2011 leiten

Stärkung der lokalen Selbsbestimmung

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Menschen dazu verhelfen sich selbst zu helfen“ – daran haben wir von Anfang an geglaubt und bemühen uns deshalb, die Dorfbevölkerung bei der Planung, Verwirklichung und Kontrolle von Projekten stets miteinzubeziehen. Das Ziel ist die graduelle Übertragung der Gesamtverantwortung für jegliche Neuerungen im Dorf:

Der lokale Schulbetrieb wird jetzt begleitet und überwacht von einer Schulkommission, die bereits auf eigene Initiative Schuluniformen eingeführt hat und alles tut, um die Eltern dazu zu motivieren, ihre Kinder regelmässig zur Schule zu schicken. Die Kommission unterstützt auch die Lehrer bei Problemen und ist beim järlichen Kauf von neuem Schulmaterial mit dabei.

Eine Gesundheitskommission überwacht den Betrieb des stark frequentierten Gesundheitspostens. Sie kontrolliert die Einhaltung der Öffnungszeiten und die Sauberkeit des Postens und ist dafür besorgt, dass immer genügend Nachschub an Medikamenten aus dem Distriktspital Metangula eintrifft.

Im Gemeinschaftszentrum , welches von zwei Einheimischen – einer Frau und einem Mann – geführt wird, finden die Kinder alle Schulbücher, welche sie sich selber nicht leisten können. Es gibt auch eine Bibliothek mit Büchern aus den verschiedensten Bereichen: Geschichte, Geografie oder auch einfach Geschichten in Portugiesisch und Chinyanja. Von unserer wöchentlichen Einkaufsfahrt nach Lichinga bringen wir meistens die Tageszeitungen einer ganzen Woche mit, die dann im Zentrum fleissig (vor-) gelesen werden.

Auch in verschiedenen anderen Bereichen hat sich das Leben für die Dorfleute erheblich verbessert seit dem Anfang von Mbuna Bay:

Vier kleine Läden wurden eröffnet, wo die Leute jetzt grundsätzliche Produkte kaufen können, für die sie vorher acht Stunden weit gehen mussten.

Die Fischer besitzen mehrere und bessere Kanus sowie grössere Netze, was ihnen reichere Fänge ermöglicht.

Die grosse Mehrheit der Bewohner schläft auf Matratzen und hat warme Decken

Die Mais- und Reissäcke, die vorher über Stunden von Frauen und Mädchen getragen wurden, werden nun oft von Männern auf dem eigenen Fahrrad transportiert.

    Gemeinschaftliche Mobiltelefone erleichtern die Kommunikation in dieser äusserst abgelegenen Gegend. Dazu gibt es eine Akku-Ladestation im Gemeinschaftszentrum.

Alles in allem ist die Gemeinschaft zusammengewachsen, und die Beziehung zwischen Lodge und Dorf ist nach wie vor offen, freundschaftlich und kooperativ.

Vereinigung Chisangalalo

Der letzte Schritt in der Förderung der lokalen Selbstbestimmung ist die Bildung der 10-Mitglieder Vereinigung „Chisangalalo“, welche offiziell eingetragen und vom mosambikanischen Staat anerkannt werden wird und dann das Recht hat, ein eigenes Bankkonto zu eröffnen. Die Mitglieder (inklusive 3 Frauen) wurden am 9. Juli 2012 in einer geheimen Abstimmung von der Dorfbevölkerung gewählt. Der Antrag durchläuft zurzeit verschiedene Stufen von Bürokratie bis hinunter nach Maputo….. Fortsetzung folgt!